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Sinterterrassen und Naturlehrpfad Kaisinger Tal im Altmühltal

Ich mag es im Wald zu sein. Und wenn im Wald dann auch noch saftig grün ist und Wasser sprudelt, gibt es fast nichts Schöneres. Deshalb habe ich mich sehr auf unsere letzte Wanderung im Naturpark Altmühltal gefreut, die schon länger auf meiner Wanderliste stand. Denn unser Ziel waren die Sinterterrassen bei Greding im Kaisinger Tal. Die Natur von einer ihrer schönsten seiten, in einem einzigartigen Naturschauspiel mitten im Wald. Was will man mehr?

Auf den Spuren des Naturlehrpfads

Wäre der Parkplatz kurz nach dem Ortsschild Greding nicht ausgeschildert, könnte man ihn leicht übersehen. Denn auf der ausgewiesenen Stellfläche ist gerade einmal Platz für vielleicht vier Autos. Falls einmal mehr los sein sollte, gibt es zum Glück noch zwei Ausweichparkplätze ein Stückchen weiter. Heute ist allerdings nicht viel los und wir machen uns auf den Schotterweg in den Wald hinein.

Die grüne Eule weißt uns auf dem Naturlehrpfad Kaisinger Tal den Weg. An der ersten Abzweigung an einer Bank mit eisernem Kreuz biegen wir nach rechts ab. Und hier ist auch schon die erste von 21 Stationen des Lehrpfades. Wir haben uns für den Weg sehr viel Zeit gelassen und waren etwa 1,5 Stunden unterwegs. Auf den einzelnen Infotafeln könnt ihr über die verschiedenen Lebensräume vor Ort, die hier heimischen Tiere, die Besonderheiten des Wassers oder die Forstwirtschaft erfahren. Wir folgen dem Waldweg und hören dann schon bald Wasser plätschern. Wir verlassen deshalb den Hauptweg und gehen im Entenmarsch einen kleinen Trampelpfad entlang Richtung Bachlauf. Und dann sehen wir sie schon, die Sinterterrassen.

Naturschönheit Sinterterrassen

Das Wasser hat sich hier über einen langen Zeitraum seine eigenen Stufen erschaffen. Bei seinem unterirdischen Weg hat die Kohlensäure im Wasser den Kalk aufgelöst. Dieser lagert sich dann an der Luft ab und erschuf in Laufe vieler Jahre die sogenannten Kalksinter hier im Kaisinger Tal. Ins Wasser gefallene Äste und Steine helfen dabei und mit der Zeit entwickeln sich immer höhere Barrieren und werden zu Becken im Bach.

Doch nicht nur hier, auch anderorts gibt es diese Kalkterrassen. Beispielsweise gibt es bei Berching (Sollngriesbach) die Kalktuffterrassen Hoher Brunnen. Diese Terrassen sind noch eindrucksvoller und mit etwa 40 Meter Länge, 25 Meter Breite und ganze 7 Meter Höhe wirklich ein Naturphänomen. Oder ihr kennt die Lillachquelle in der Fränkischen Schweiz. Auch ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Die Sinterterrassen vor Ort im Kaisinger Tal sind etwas kleiner, sind jedoch genauso beeindruckend in ihrer Art. Wirklich wunderschön anzusehen.

Wir können uns gar nicht satt sehen und folgen beeindruckt den Weg weiter. Irgendwann nach einer Weile Bach abwärts ist das Wasser plötzlich verschwunden und die Kalktuffterrassen sind ausgetrocknet.

Fossiliensuche im Steinbruch

Auf der zweiten Hälfte des Rundweges ist die Naturkulisse dann eine ganz andere. Mehr Wiese, weniger Wald und auch der Bachlauf ist hier breiter und ein Stück geht der Weg über eine große Wiese. Fast am Ende des Lehrpfades, an Station 20, landen wir in einem kleinen Steinbruch. Und hier ist es für Kinder wirklich das Paradies. Wir haben uns daran gemacht, die herausgebrochenen Steine, die hier überall herumliegen, nach fossilen Versteinerungen zu durchsuchen. Mit etwas Glück und Zeit haben wir drei fossile Funde entdeckt, eine kleine Schnecke, einen Zahn oder Kralle (da sind wir uns nicht sicher) und einen Pflanzenabdruck. Junior war stolz wie Harry und trug seine Fundsteine erhobenen Hauptes zurück bis zum Auto.

Naturschutz im Blick

Um die Schönheit der Natur an den Sinterterrassen uuch für die Zukunft zu erhalten, ist es unbedingt erforderlich, auf den Wegen zu bleiben. Die Terrassen dürfen nicht betreten oder berührt werden.

Unser Fazit

Wer wunderschöne, pure Natur sehen möchte, für den ist diese Wanderung genau das Richtige. Leider ist der Weg etwas kurz, aber durch das dichte Wanderwegenetz kann die Strecke individuell erweitert werden. Meinem Siebenjährigen haben am besten der Steinbruch und die Suche nach Versteinerungen gefallen. Ihr seht, bei dieser Tour kommt jeder auf seine Kosten.

Infobox

Adresse: 91171 Greding
Parken: Wanderparkplatz an der Verbindungsstraße Greding – Kaising auf der rechten Straßenseite
Informationen: ganzjährig zugänglich, kostenlos. Der Lehrpfad ist ein Rundweg, Gehzeit ca. 1 Stunde
Internet: https://www.naturpark-altmuehltal.de/
Tourentyp: Rundweg durch den Wald auf teils unbefestigten Wegen über Stock und Stein. Nicht für Buggys und Rollstühle geeignet.
Einkehrmöglichkeit: diverse Restaurants und Gaststätten in 91171 Greding
In der Nähe: Archäologiemuseum Greding, Marktplatz 8, 91171 Greding

Buchtipp


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1 Kommentar zu “Sinterterrassen und Naturlehrpfad Kaisinger Tal im Altmühltal

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