Burgen & Schlösser Kinderorte

Auf dem Sagenpfad rund um die Ruine Lichtenstein

Ein wahres Eldorado für alle Burgenfans wie uns ist die Region Naturpark Hassberge. Nicht umsonst tummeln sich dort im sogenannten Burgenwinkel eine Vielzahl an Burgen und Ruinen, Schlösser und historische Altstädte. Ideale Voraussetzungen also für einen unserer Familienausflüge. Denn Ritter und Burgen stehen bei Kindern und auch bei meinem Sohn immer hoch im Kurs. Wie schon erwähnt, ist die Auswahl an Ausflugszielen im Burgenwinkel riesig. Wir entscheiden uns an einem Sonntag mit bombastischen Sonnenschein für einen Besuch der Burg Lichtenstein im Örtchen Lichtenstein, einem Ortsteil von Pfarrweisach.

Wir erkunden die Ruine

Der kleine Ort ist gut auf Touristen vorbereitet, Parkmöglichkeiten stehen in großer Zahl zur Verfügung. Vom Wanderparkplatz bis zur Burgruine ist es zu Fuß nur ein Katzensprung und ehe wir uns versehen, stehen wir auch schon vor der gewaltigen Ruine. Über eine metallerne Brücke gelangen wir auf das Burggelände. Dort sehen wir uns erst mal in Ruhe in jeder Ecke der Burganlage um. Denn hier gibt es viel zu entdecken und zu beklettern. Die Burgruine ist frei zugänglich und wir können uns überall umsehen. Auf 20 Schautafeln werden die wichtigsten Fakten kurz erklärt und diese geben einen guten Einblick in das damalige Leben auf der Burg. Bei Burg Lichtenstein handelt es sich um eine hoch- bis nachmittelalterliche Höhenburg.

Burg Lichtenstein wurde erstmals 1232 urkundlich erwähnt. Von den ehemals vier Teilburgen ist die Nordburg nur als Ruine erhalten. Die Südburg wird heute noch bewohnt und an der Stelle der verschwundenen dritten Teilburg wurde in der Barockzeit eine evangelische Kirche errichtet. Im Westen der Anlage liegen nur noch Ruinen des vierten Teils der Burg. Wir gekommen beim Rundgang auf der Anlage einen Eindruck, wie groß hier alles einmal mal gewesen sein muss, auch wenn die vollständige Burg wie gesagt, nicht mehr erhalten ist. Spannend ist unser Rundgang allemal und von der Burg aus hat man einen unglaublichen Blick auf die Hassberge.


Auf dem Sagenpfad

Ein etwas unscheinbarer Weg kurz vor dem Eingang zur Ruine Lichtenstein geht rechts ab in den Wald hinein. Hier beginnt der Sagenpfad. Ein wirklich spannender Weg mit verschiedenen Stationen. Für Kinder ist der Weg ein absolutes Highlight, weil es unglaublich viel zu sehen und zu entdecken gibt. Der Sagenpfad führt durch das Lichtensteiner Felsenlabyrinth, hindruch großer Felsen und umgestürzter Bäume. Richtig spannend.

Auf elf Stationen, die man immer wieder auf hölzernen Schautafeln am Wegestand findet, werden überlieferte Sagen und Legenden beschrieben. Die Sagen ranken sich um Felsen, Ritter, Pflanzen und verschiedene ansässige Adelsfamilien. Sehr spannend. Vor allem die Sage vom Tränenfelsen. Von diesem besagten überhängenden Felsen tropft stetig Wasser und das auch in äußerst trockenen Sommern. Der Sage nach gehen diese Tränen auf die unglückliche Liebe eines Burgfräuleins zurück. Das Burgfräulein durfte ihren Liebsten nicht heiraten, weil sie evangelischen, er aber katholischen Glaubens war. Viele bittere Tränen vergoß das Fräulein deshalb auf eben jedem Felsen und grämte sich zu Tode. Seit dieser Zeit fallen unablässig Wassertropfen wie Tränen herab. Auch bei unsererm Besuch tropfte es nicht wenig vom Felsen. Eine schaurig, schöne Geschichte.

Der Weg führt uns durch den dichten Laubwald und wir kommen vorbei an der Pferdeschwämme und dem riesigen Walfischfelsen. Dieser bekam seinen Namen aufgrund seines Aussehens. Denn wer genau hinsieht, erkennt im Gestein wirklich die Form eines riesengroßen Wales. Am Wegesrand finden sich immer wieder Bänke und sogar Tische. Wer eine Brotzeit mitgebracht hat, kann hier in wunderschöner Kulisse rasten.


Der Teufelsstein

Etwas abseits vom eigentlichen Sagenpfad liegt der eindrucksvolle Teufelsstein. Den Felsburgstall wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so folgen wir dem breiten Waldweg bis wir auf der rechten Seite ein Hinweisschild und den riesigen Felsen sehen. Auch der Teufelsstein soll einst Sitz eines Adelsgeschlechts gewesen sein. Die Burgstelle wurde jedoch bereits im Hochmittelalter verlassen. Dass hier wiklich mal ein Burgähnliches Gebäude gestanden hat, ist heute nur noch schwer vorstellbar. Denn so gut wie nichts ist davon übrig. Einzig stufenartige Tritte führen hinauf auf den Felsen. Von dort oben hat man einen tollen Blick über den Wald. Nur das wieder Herunterklettern ist gar nicht so einfach.


Wanderwege über Wanderwege

Wenn ihr Lust habt noch weiter zu laufen, dann steht euch hier ein breites Wanderwegenetz zur Verfügung. An Burg Lichtenstein vorbei führen unter anderem der „Burgen- und Schlösserwanderweg“ sowie die „Erlebnistour – Sagenhaftes im Burgenwinkel“. Oder ihr wandert einfach zu einer der umliegenden Burgen oder Ruinen.

Unser Fazit

Gerade bei schönem Wetter zieht die Burgruine Lichtenstein viele Ausflügler an. Seltsamerweise gehen nur sehr wenige Menschen den wunderschönen Sagenpfad entlang. Auf unserer kurzen Entdeckungstour durch den Wald hat uns vor allem die Felsenlandschaft sehr beeindruckt. Und auf den Schautafeln konnten wir noch viele kurriose Fakten über die Burg und ihre Sagenwelt mitnehmen. Wenn ihr also die Burg besucht, nehmt euch die Zeit um dem Sagenpfad zu folgen.

Infobox

Adresse: Lichtenstein 14, 96176 Pfarrweisach
Parken: Kostenlose Wanderparkplätze sind im Ort ausgeschildert und befinden sich unweit der Ruine.
Internet: Weitere Informationen zur Ruine und zum Burgenwinkel unter https://deutscher-burgenwinkel.de
Tourentyp: Der Sagenpfad ist etwa 1,5 Kilometer lang und startet kurz vor der Ruine und führt auf schmalen Waldpfaden vorbei an elf Stationen auf und ab durch den Wald. Gutes Schuhwerk ist von Vorteil. Der Weg ist nicht für Kinderwägen und Rollstühle geeignet.
Einkehrmöglichkeit: Leider hat die Schlossgaststätte vor Ort dauerhaft geschlossen. Einkehren kann man aber wunderbar zwei Ortschaften weiter im „Schlossrestaurant Gereuth“ (Schloss Gereuth 1, 96190 Untermerzbach) oder wo immer ihr wollt.
In der Nähe: Ruine Rotenhan

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