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Zauberwald-Orchideenweg und Burgruine Lichtenegg

Tief in der Hersbrucker Schweiz, zwischen Hersbruck und Sulzbach-Rosenberg liegt das kleine Örtchen Lichtenegg. Unter der Woche ist der Ort ziemlich verschlafen. Am Wochenende wenn die Ausflügler kommen, reicht der kleine Wanderparkplatz an der Hauptstraße längst nicht mehr aus. Besonders groß ist der Andrang von Wanderern in den Monaten Mai und Juni. Denn in diesem Zeitraum des Jahres hat der Wald um Lichtenegg ein besonders Naturschauspiel zu bieten.

Blütenmeer im Zauberwald

Nur hier gibt es das in der ganzen Umgebung größte Vorkommen von heimischen Orchideen. Mitten im Wald am Wegesrand erstrecken sich neben Walderdbeeren ganze Teppiche des Gelben Frauenschuhs. Diese Orchideenart wächst vorzugshalber in kalkreichen Wäldern und gibt sich mit Halbschatten zufrieden. Diese Voraussetzungen findet der Frauenschuh genau hier. Zu der Orchidee gesellen sich noch viele andere zauberhafte Blüher, wie die Waldhyazinthe, Fliegenrangwurz, Maiglöckchen oder die blaue Akelei.

Wer zu den Orchideen möchte, der folgt einfach vom Wanderparkplatz aus dem Wanderweg Nr. 34 hinein in den Zauberwald. Das erste Stückchen ist sehr steil. Der schmale Weg geht stetig bergauf über zahlreiche Wurzeln. Auch wenn dieser Teil einen schon ins Schwitzen kommen lässt, gilt es durchhalten. Denn oben angekommen wartet schon die erste Felsformation mit dem lustigen Namen Emil auf uns. Hier kann man wunderbar Verstecken spielen und vielleicht seht ihr schon hier den ein oder anderen Kletterer am Fels.

Weiter geht es. Vorbei an Hänsel und Gretel, ebenfalls einer Felsformation aus zwei großen Steinfelsen folgen wir einfach dem Weg und können uns gar nicht sattsehen an der Schönheit des Waldes. Das hier ist wirklich ein ganz besonderer Flecken Erde. Der Weg ist jetzt auch wesentlich angenehmer zu laufen, weil es nur noch kleine Steigungen gibt.

Bei Hänsel und Gretel im Wald

Am Türkenfelsen angekommen, machen wir eine kleine Rast. Hier gibt es viel zu gucken, denn einige geübte Kletterer sind hier zu Gange. Auch Kinder klettern schon mit Seil und Sicherung die Felswand hinauf. Gerade für Anfänger scheint die Kletterwand ideal zu sein. Wir klettern nicht, sondern essen eine Kleinigkeit. Und hier finden wir auch schon die ersten Orchideen. Der gelbe Frauenschuh findet sich hier und dort und sieht wirklich zauberhaft aus.

Auf keinen Fall sollte man die Blumen pflücken. Hinweistafeln weißen extra darauf hin, dass die schützenswerten Pflanzen hier nur dann weiterhin wachsen können, wenn man sie in Ruhe lässt und auf den Wegen bleibt. Das nehmen wir uns zu Herzen und erfreuen uns an den bunten Blüten und fotografieren nur Blumen, die direkt am Wegesrand wachsen. Daran halten sich leider nicht alle Leute. Früher war wohl vor dem Türkenfelsen der ganze Boden mit Frauenschuh bedeckt, heute findet sich da keine einzige Blume mehr, weil die Menschen mit der Zeit alles niedergetrampelt haben.

Wer dem Wanderweg 34 folgt, der kommt nach etwa 1,5 Stunden – oder wie lange ihr euch auch braucht – nach einer großen Runde durch den Wald wieder am Parkplatz an. Es gibt noch andere Wanderwege, die jederzeit miteinander verbunden werden können. Je nach Lust und Laune. Die Wege sind alle gut ausgeschildert, verlaufen kann man sich deshalb nur schwer.

Hinauf zur Burgruine Lichtenegg

Am Anschluss unserer Wanderung stiegen wir noch zur Burgruine hinauf. Der Weg hinauf bis zu den restlichen Burgmauern ist viel kürzer, als es von unten den Anschein hat. Deshalb lohnt sich ein Aufstieg unbedingt. Auch wenn die Kräfte schon nachlassen, als Belohnung bekommt man einen wunderschönen Blick auf das Tal und die Umgebung.

Die Anhöhe über Lichtenegg wurde schon seit der späten Steinzeit von Menschen bewohnt. Das bezeugen Ausgrabungen aus dieser Zeit, die in der Umgebung gefunden wurden. Die Burg wurde das erste Mal vor über 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich viel älter und wechselte seither häufig den Besitzer. Mittlerweile befinden sich die Reste der Burg der Gemeinde Birgland und wurde restauriert.

Unser Fazit

Nette, kleine Wanderung, die wirklich einiges zu bieten hat. Imposante Felsformationen, wunderbare Blumen und eine wunderschöner Wald. Für Kinder sehr spannend. Und der Abstecher hinauf zur Burgruine muss sein!

Infobox

Adresse: Lichtenegg, 92262 Birgland
Parken: Wanderparkplatz an der Ortsdurchfahrt neben der Bushaltestelle
Informationen: ganzjährig zugänglich, kostenlos, beste Zeit Mai und Juni
Internet: https://www.lichtenegg.info/
Tourentyp: Wanderung den Wanderweg Nr. 34 folgend, mit teils steilen Anstiegen, nicht für Kinderwagen geeignet. Der Rundweg startet am Wanderparkplatz und man kehrt nach ca. 1,5 Stunden Gehzeit wieder zum Ausgangsort zurück.
Einkehrmöglichkeit: Gaststätte „Zum Alten Schloss-Wirt“ direkt unterhalt der Burgruine, Lichtenegg 5, 92262 Birgland
In der Nähe: Happurger Stausee, 91230 Happurg

Buchtipp


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